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Tschüss Ownership?

KI macht das Produzieren leicht. Und das Wegducken gleich mit.

„Die letzten Posts waren nicht so pralle, oder?" – „Ach, das war die KI, wir brauchten halt schnell irgendwas.“

Solche Sätze fallen gerade häufiger, als mir lieb ist. Und sie verraten mehr, als sie sollen.

Früher stand hinter einem schwachen Text wenigstens ein Mensch, der sagte: Mist, das war meins, das mache ich besser. Heute war es „die KI“. Niemand hat es so richtig geschrieben. Also muss auch niemand dafür geradestehen.

Das ist der eigentliche Bruch. Nicht, dass Maschinen Texte schreiben. Sondern wie leicht wir uns von diesen Texten wieder distanzieren.

Im Content Marketing wird ohnehin oft das Falsche belohnt: mehr Seiten, mehr Kampagnen, mehr Varianten, mehr Tempo. KI gießt da jetzt Öl ins Feuer. Auf Knopfdruck entsteht plausibel klingende Mittelmäßigkeit in einer Menge, gegen die guter Content erst mal anstinken muss.

Und mit jedem Stück, das „mal eben“ rausgeht, sinkt etwas Wichtiges: das Gefühl, verantwortlich zu sein. Nicht formal. Formal ist klar, wer freigibt, haftet. Ich meine das andere Verantwortlichsein. Das, bei dem jemand in der Produktion sagt: Dafür stehe ich ein.

Bei uns ist daraus eine einfache Regel geworden. Kreation bleibt beim Menschen. Produktion darf die KI übernehmen. Qualitätssicherung ist wieder Mensch. Die KI ist Werkzeug, nie Autor. Und niemand legt seiner Leitung KI-Output vor, den er nicht selbst durchdrungen hat.

Klingt streng. Ist aber eher eine Entlastung. Denn Ownership ist kein Kontrollinstrument. Es ist der Grund, warum man abends auf die eigene Arbeit stolz sein kann.

2025 wurde „Slop" zum Wort des Jahres. 2026 reden alle vom Anti-KI-Marketing. Das ist kein Zufall. Der Markt hat gemerkt, dass mehr Output nicht mehr Wirkung heißt.

Die spannende Frage ist also nicht, ob wir KI nutzen. Sondern ob am Ende noch jemand die Hand hebt und sagt: Das hier ist von mir.